Pädagogische Tagesbetreuung

Sicher,
würdevoll,
wirksam.

Der Wissens-Hub für neue und erfahrene Kolleginnen und Kollegen. Haltung, Methoden, Diagnose-Strategien, Eskalationsprotokolle und Antworten auf die Fragen, die im Alltag wirklich vorkommen.

Bereich
Pädagogik · Tagesgruppen mit Begleitperson
Träger
KJF Augsburg · katholisch
Standort
Scheidegg / Allgäu
Version
1.1 · Mai 2026
Status
● Aktuell · Review jährlich
01 · Wofür wir da sind

Vision, Mission, Werte.

Drei Sätze, die jede Kollegin und jeder Kollege im Schlaf können sollte. Daran richtet sich aus, wie wir mit Kindern, Eltern und einander umgehen.

01

Warum.

Damit jedes Kind unser Haus mit einem stärkeren Bild von sich selbst verlässt, als es gekommen ist.

02

Wie.

Verlässliche, würdevolle Beziehung. Trauma-informierte Haltung. Marte-Meo-Sprache. Sichere Strukturen. Christliche Wertebindung im Verhalten, nicht in Worten.

03

Was.

Wir gestalten die pädagogische Tagesbetreuung in einer 4-Wochen-Reha mit medizinischem, psychologischem, therapeutischem und schulischem Team — als Bindeglied im Alltag.

Würde

„Du bist wertvoll, so wie Du bist."
  • Wir nennen jedes Kind beim Namen.
  • Wir kritisieren Verhalten, nie die Person.
  • Nie Spott, nie Beschämen — auch nicht im Scherz.

Nächstenliebe

„Ich bin für Dich da."
  • Morgens jedes Kind persönlich begrüßen.
  • Auf das Kind achten, das leiser wird.
  • Sorgen ernst nehmen, auch kleine.

Sorgsamkeit

„Wir gehen sorgsam um."
  • Mit Material, Räumen, Zeit, Natur.
  • Mit den eigenen Kräften — Selbstfürsorge zählt.
  • Mit Worten — sie wirken länger als wir denken.

Hoffnung

„Es geht weiter, und es kann gut werden."
  • Wir kommunizieren ressourcen- und lösungsorientiert.
  • Schwierige Phasen vorübergehen lassen — sie definieren ein Kind nicht.

Christliche Werteorientierung — wie wir sie leben.

Wir sind ein katholischer Träger (KJF Augsburg). Religion ist eingeladen, nicht verordnet. Tischgebete, Klinikseelsorge und religiöse Bräuche sind selbstverständlich präsent — aber nie aufgedrängt. Kinder und Familien anderer oder keiner Religion sind mit derselben Würde willkommen. Unsere Werte werden über Verhalten sichtbar, nicht über Verkündigung.

02 · Dein Start bei uns

Onboarding — 30 / 60 / 90 Tage.

Vier Etappen mit klaren Ankern. Dein Buddy begleitet Dich die ersten 90 Tage. Diese Übersicht zeigt, was an welchem Punkt erwartet wird — die Detail-Inhalte findest Du in den Lernpfaden weiter unten.

Etappe 01
Erste Woche

Ankommen, Orientierung, Sicherheit.

  • Begrüßung Bereichsleitung, Hausführung, Team-Vorstellung.
  • Verhaltenskodex & Selbstverpflichtung unterschreiben.
  • Erweitertes Führungszeugnis vorlegen.
  • Zugang Wissens-Hub, KIS, Dokumentation.
  • Buddy lernt mich kennen.
Etappe 02
30 Tage

Pflichtschulungen, erste Selbständigkeit.

  • Pflicht: Präventionsordnung absolviert.
  • Pflicht: Eskalations- & Notfallprotokolle.
  • Diagnose-Module ADHS, Angst, Schulabsentismus.
  • Hospitation in allen Dienstphasen.
  • Erstes Reflexionsgespräch.
Etappe 03
60 Tage

Methodische Sicherheit, Team-Beitrag.

  • Marte-Meo-Grundlagen abgeschlossen.
  • Eigenständige Gruppenleitung in einfachen Settings.
  • Erste Fallbesprechung aktiv mitgestaltet.
  • Eigenes Feedback an Bereichsleitung.
Etappe 04
90 Tage

Probezeit-Bilanz, Entwicklungsplan.

  • Alle 7 Diagnose-Karten bearbeitet.
  • Eigenständige Dokumentation & Übergabe.
  • Probezeit-Gespräch.
  • Entwicklungsplan für das erste Jahr.
03 · Was Du lernen wirst

Lernpfade.

Sechs voll ausgebaute Lernpfade. Klick auf eine Karte öffnet den kompletten Pfad mit allen Modulen. Pflicht-Schulungen sind als Pflicht markiert und werden separat dokumentiert.

04 · Im Alltag

Diagnose-Karten.

Sieben Karten nach demselben Schema: Was Du siehst · Was es bedeuten kann · Was hilft · Was schadet. Klick öffnet die Details.

05 · Wenn es eng wird

Eskalations-Stufen.

Fünf Stufen, fünf Handlungsmuster. Auswendig kennen — zumindest die ersten drei. Detaillierte Schulung im Lernpfad Eskalation & Deeskalation.

Stufe 1 — Unruhe

Reizreduktion. Nähe anbieten. Marte-Meo-Benennen: Sieh hin, sag, was Du siehst.

Stufe 2 — Ausagieren beginnt

Ruhige Stimme. Körperhaltung tief. Eigene Atmung verlangsamen. Optionen anbieten (nicht Fragen): „Magst Du den Stuhl oder das Kissen?".

Stufe 3 — Krise

1:1-Begleitung. Andere Kinder aus der Situation nehmen. Eskalationsteam informieren. Bereichsleitung noch im Dienst informieren.

Stufe 4 — Gefährdung

Schutz aller Beteiligten geht vor Programm. Arzt vom Dienst rufen, ggf. Begleitperson holen. Niemals allein in einem Raum einschließen.

Stufe 5 — Nachsorge

Kind nicht allein lassen. Kein Wertungsgespräch in der Akutphase. Reflexion erst, wenn Ruhe eingekehrt ist (frühestens 30 Min). Vollständige Dokumentation.

Was wir nie tun

Diese vier Punkte sind nicht verhandelbar.

  • Festhalten ohne akute Gefährdung.
  • Schreien, ironisieren, beschämen.
  • In der Akutphase Konsequenzen verhängen, Belohnungen entziehen, mit Eltern drohen.
  • Allein in einem Raum einschließen — niemals.

Im akuten Notfall

  1. Stufe 4+: Arzt vom Dienst sofort.
  2. Medizinisch: 112.
  3. Kindeswohlgefährdung: Präventionsbeauftragte am selben Tag.

→ Notfall-Drawer öffnen

06 · Schutz von Kindern · Schutz von Dir

Verhaltenskodex.

Sechs verbindliche Regeln. Vertiefung im Lernpfad Präventionsordnung & Schutzkonzept.

Keine 1:1-Räume.

Keine 1:1-Situationen hinter geschlossenen, blickdichten Türen ohne Notwendigkeit und Dokumentation.

Kein privater Kontakt.

Keine privaten Kontakte zu Kindern (Social Media, Telefon, Treffen) — während oder nach dem Aufenthalt.

Keine Geschenke.

Keine Geschenke an einzelne Kinder, keine Bevorzugung. Keine Sonderrollen.

Körperkontakt achtsam.

Pädagogisch indiziert, vom Kind angenommen, für alle sichtbar. Kein Kontakt im Intimbereich, kein „auf den Schoß".

Fotos nur dienstlich.

Ausschließlich Dienstgeräte, ausschließlich mit Einwilligung, ausschließlich für dienstliche Zwecke.

Eigene Grenzen sagen.

Eigene Erschöpfung, Überforderung oder Grenzüberschreitung wird offen angesprochen — kollegial oder bei Bereichsleitung.

07 · Vertieftes Wissen

Wissensdatenbank.

Kuratiere Artikel zu allen Themenfeldern unseres Alltags. Filterbar nach Kategorie, durchsuchbar über die Suche oben. Findest Du etwas nicht? Schreib der Bereichsleitung — wir nehmen es auf.

Filter
08 · Die meistgestellten Fragen

Häufige Fragen.

Die zwölf Fragen, die jede Erzieherin und jeder Erzieher beantworten können sollte. Mehr Fragen findest Du in der Wissensdatenbank oder über die Suche.

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